Beratung und Bekämpfung von Bettwanzen

Bettwanzen bekämpfen - wie geht das?

Kann ich Bettwanzen selbst bekämpfen oder benötige ich einen Kammerjäger? Wie bekämpfe ich Bettwanzen? Welche Gifte oder Methoden wendet ein Kammerjäger an?

In diesem Artikel gehen wir „Geheimtipps zur Bettwanzenbekämpfung“ aus dem Internet auf die Spur und beleuchten gängige Methoden, so dass Sie sich selbst ein Bild verschaffen können.

Die hier vorgestellten Methoden sind keine Empfehlung zur Eigenbehandlung, sondern werden lediglich thematisch vorgestellt. Alle Angaben verstehen sich ohne Gewähr.

Bedenken Sie bitte, dass der Zeitpunkt, ab dem man ohne professionelle Hilfe nichts mehr ausrichten kann, in den allermeisten Fällen bei Feststellung eines Befalls bereits überschritten ist. Unsere Empfehlung lautet stets zeitnah einen Schädlingsbekämpfer vor Ort anzurufen.


Möglichkeiten der Bettwanzenbekämpfung

Bettwanzen gehören zu den Insekten, die am schwierigsten zu bekämpfen sind. Seit Ende der 1990er Jahre hat der Befall weltweit dramatisch zugenommen.

Bemerken Sie morgens nach dem Aufwachen mehrere nebeneinander verlaufende Bisse auf der Haut, sollten Sie umgehend aktiv werden. Die nachtaktiven Lästlinge verstecken sich zunächst überwiegend im Bett oder in dessen unmittelbarer Nähe, so dass insbesondere die Füße des Bettes und benachbarte Möbelstücke wie das Nachtschränkchen einer genauen Untersuchung unterzogen werden sollten.

Um einen Verdacht auf Bettwanzen zu bestätigen sowie zu deren Abwehr und -bekämpfung gibt es verschiedenste Möglichkeiten, von denen nun einige vorgestellt werden sollen.

Barrieren errichten oder kaufen:

Das Bestreichen der Bettfüße mit einer Fettcreme ist eine einfache und kostengünstige Barriere, den Bettwanzen den Weg zur Matratze zu erschweren. Im Handel sind speziell geformte Kunststoffschalen, die z.B. mit Wasser befüllt und unter den Bettfüßen platziert werden, erhältlich. Bettwanzen können jedoch lange Zeit ohne Nahrung überleben, das Bett auch von der Zimmerdecke aus erreichen oder sich stattdessen in der näheren Umgebung oder in Nachbarräumen einnisten, so dass es sich hierbei eher um eine Abwehrmaßnahme denn eine Bekämpfungsmethode handelt, und diese auch nur Bettwanzen abwehren kann, die sich außerhalb des Bettes verstecken.

Bettwanzenfallen:

Bettwanzenfallen, auch Monitore genannt, sind hauptsächlich dazu geeignet, die Vermutung über einen Befall zu bestätigen. Wanzeneier, Larven und Bettwanzen, die über die Zimmerdecke in das Bett gelangen, können damit nicht erreicht werden. Die Fallen sind mit Klebstoff, der mit Lockmittel vermischt ist, versehen. Auf diesem sollen die Bettwanzen haften bleiben.

Selbst hergestellte Bettwanzenfallen bestehen entweder aus stark klebendem doppelseitigem Klebeband, das an den Füßen des Bettes befestigt wird und/oder aus unter jedem Bettbein platzierten und mit Mineralöl gefüllten Kunststoffschalen, die täglich geleert und wieder neu befüllt werden. Eingefangene Bettwanzen können auch in Wasser mit zehnprozentigem Zusatz von Spülmittel getötet oder, ebenso wie Bettwanzeneier, in einem Metallbehälter im Freien verbrannt werden.

Auf dem Balkan bestehen Bettwanzenfallen seit vielen hundert Jahren aus den mit Härchen versehenen Blättern der Bohnenpflanze, die um das Bett herum ausgestreut werden. Die Bettwanzen bleiben darin hängen und werden am nächsten Morgen mitsamt den Blättern eingesammelt und verbrannt oder die Toilette hinuntergespült.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den Tieren zu Leibe zu rücken, auch deren Kombination können sinnvoll sein - ob die Anwendung von Hausmitteln, Sprays und/oder Wärme- oder Kältebehandlungen in Eigenregie zweckmäßig sind oder ob besser ein Kammerjäger gerufen werden sollte, hängt unter anderem vom Umfang des Befalls ab, der so schnell wie möglich ermittelt werden sollte.

So verschaffen Sie sich schnell einen Überblick:

Überprüfen Sie die Möbel gründlich von allen Seiten, suchen Sie auch die dahinterliegenden Wände, sämtliche Gegenstände wie Bücher, Bilder, Lampen oder Wecker sowie Ritzen und Steckdosen des befallenen Zimmers genau nach Spuren ab und reinigen diese. Mit einem Schraubendreher lässt sich ein Blick unter Lichtschalter werfen, wo sich teilweise etliche Bettwanzen aufhalten. Saugen Sie das Bettgestell, die Matratze sowie alle Winkel und Kanten gründlich und vorsichtig mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter ab, dessen Beutel und Filter im Anschluss vorsichtig in einen gut verschlossenen Plastikbeutel verpackt und entsorgt (verbrannt) werden sollte. Beutellose Staubsauger könnten allerdings durch die Abluft die Bettwanzen und ihre Eier im ganzen Raum verteilen.

Da die Bettwanzen mit bloßem Auge kaum erkennbar sind und sich tagsüber gut verstecken, besteht immer die Möglichkeit, dass bereits weitere Räume und Gegenstände befallen sind!

Hausmittel:

Ein vielfach zitiertes Hausmittel gegen Bettwanzen ist das im asiatischen Gewürz Kurkuma enthaltene, antimikrobiell wirkende Kurkumin. Es wird beispielsweise auf Textilien oder in Ritzen gestreut und soll die Lästlinge nicht mehr atmen und absterben lassen, so dass sie anschließend nach gründlichem Absaugen in einem gut verschlossenen Staubsaugerbeutel entsorgt werden können. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass sie davonlaufen und sich einen neuen Aufenthaltsort suchen werden.

Hausmittel in Form von stark riechenden Duftseifen und -kerzen sowie Duftsäckchen mit ätherischen Ölen wie Nelken-, Lavendel- oder Minzöl halten Bettwanzen weder davon ab zu stechen, noch sind sie dazu geeignet, Bettwanzen abzutöten. Diese werden maximal den entsprechenden Bereich meiden, könnten dafür aber einen neuen aufsuchen und den Befall dadurch vergrößern.

Durch die Bestäubung mit pflanzlichem Silikatstaub (sogenannte Diatomeenerde oder auch Kieselgur) verlieren Bettwanzen die schützende Lipidschicht und dehydrieren. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass das fossile Material die feinen Häute zwischen den Segmenten der Chitinpanzer sowie die Mundwerkzeuge, die Atmungsorgane und den Magen-Darm-Trakt beschädigt. Die Ausbringung des feinen Staubes ist schwierig und nur in trockener und windfreier Umgebung möglich, eine Gesundheitsgefährdung ist bei falscher Ausbringung möglich. Ein sofortiges Ergebnis ist nicht zu erwarten.

Insektizide und Resistenzen:

Die Palette an Insektengiften, die heute oder in der Vergangenheit eingesetzt werden oder wurden, ist weit gefächert. In Zusammenhang mit der Bekämpfung von Bettwanzen tauchen Namen wie Pyrethroide (λ-cyhalothrin, Bifenthrin, Deltamethrin, Alpha-Cypermethrin, Permethrin und Tetramethrin), Neonicotinoide, Phenylpyrazole, als Pestizide verwendete Phosphorsäurederivate wie Thiophosphorsäureester (Diazinon) sowie einige giftige Carbamate (Bendiocarb, Carbaryl, Propoxur und Organophophate) auf.

Viele der Insektizide, die von professionellen Schädlingsbekämpfern eingesetzt werden, sind nicht frei verkäuflich. Auch bei den frei verkäuflichen Insektenmitteln können die giftigen Inhaltsstoffe für Mensch und Tier, insbesondere für Kleinkinder und empfindliche/kranke Personen schädlich sein. Durch unspezifische und somit falsche Anwendung wurden viele Bettwanzenstämme resistent gegen einige der chemischen Wirkstoffe. Schnelltests können Auskunft über den Resistenzstatus der jeweiligen Population geben.

Professionelle Schädlingsbekämpfung:

Der Versuch, einen großen Befall aus Scham oder Angst vor zu hohen Ausgaben in Eigenregie zu bekämpfen, kann diesen sogar noch erheblich vergrößern. Letztendlich erhöhen sich dadurch der Aufwand und die Kosten für eine dann unumgängliche professionelle Schädlingsbekämpfung.

Aufgrund zunehmender Resistenzen sind auch die speziell an ausgebildete Schädlingsbekämpfer ausgehändigten Gifte immer ineffektiver. Da sie auch keinen Einfluss auf Bettwanzeneier haben, müssen regelmäßige Nachbehandlungen zur Entfernung überlebender und nachgeschlüpfter Tiere und Erfolgskontrollen erfolgen.

Thermische Bekämpfung (Wärmeentwesung)

Das Eiweiß der Bettwanzen denaturiert bei Temperaturen ab 45 °C. Sie sterben dadurch nach einigen Minuten ab, ebenso ihre Larven und Eier.

So stehen beispielsweise in Berghütten zunehmend Mikrowellenherde zur Verfügung, in denen die Übernachtungsgäste ihre Schlafsäcke kurz aufheizen sollen, um ein Einschleppen der ungeliebten Tiere zu unterbinden. Leider bedeutet diese punktuelle Maßnahme nicht, dass bereits eingeschleppte Bettwanzen dadurch ausgerottet würden.

Ein professionelles thermisches Verfahren für die Behandlung von Räumen ist die sogenannte Wärmeentwesung, bei der entweder die Raumluft mittels Heizöfen (Umluftverfahren) oder die Außenluft mit öl- oder gasbeheizten Brennern mit getrennter Rauchgasführung auf etwa 55 °C erhöht wird, damit auch die kleinste Nische erreicht wird. Diese schnell wirkende, chemiefreie Behandlung belastet weder Mensch noch Umwelt, erzeugt keine Wirkstoffresistenzen und hat auch Einfluss auf resistente Stämme. Nicht jeder Gegenstand übersteht eine solche Wäremebehandlung schadlos. Empfindliche Gegenstände sind daher gesondert zu behandeln. Vor einer solchen Behandlung muss der Raum versiegelt werden, damit keine Bettwanzen vor der Wärme flüchten können. Dies ist in der Praxis nicht einfach, da sämtliche Ritzen, Leitungen, Löcher usw verschlossen werden müssen, d.h. eine Wärmeentwesung als Laie durchzuführen ist nicht ratsam, da sich die Bettwanzen in alle Richtungen ausbreiten könnten.

Die Spezial-Elektroöfen benötigen eine Spannung von vierhundert Volt (Dreiphasenstrom, auch Starkstrom genannt) mit entsprechenden Stromanschlüssen vom Fachmann (ähnlich dem des Elektroherdes). In großvolumigen Gebäuden sind hohe Stromkosten zu erwarten. Typische Einsatzorte einer Wärmeentwesung sind insbesondere lebensmittelverarbeitende Betriebe, Getreidemühlen, Bäckereien, Lagerhäuser und Bio-Betriebe, die keine Chemikalien einsetzen dürfen, sowie einzelne Zimmer in Hotels und Jugendherbergen.

Waschmaschine:

Kleidung, Bettwäsche, Gardinen oder Stofftiere sollten für länger als dreißig Minuten bei 60 °C gewaschen werden. Geringere Temperaturen töten zwar die Bettwanzen, jedoch überleben ein Großteil der Eier. Um eine Ausbreitung in andere Räume zu vermeiden, ist darauf zu achten, alles in geschlossenen Plastiktüten zur Waschmaschine zu befördern.

Wäschetrockner:

Das Trocknen im Wäschetrockner bei gleichbleibender Temperatur über einen Zeitraum von dreißig Minuten ist eine zusätzliche Absicherung.

Sonne:

Im Hochsommer können Möbelstücke, Matratzen, Decken und Kissen für einige Stunden in der prallen Sonne platziert werden.

Haartrockner (Fön)/Heißluftpistole:

Mit einem Haartrockner (Fön) oder einer Heißluftpistole lassen sich lediglich Wanzeneier zerstören, die Bettwanzen würden versuchen, der Hitze zu entkommen und sich andere Verstecke suchen. Das Gerät sollte mindestens 50 °C erreichen und für dreißig Minuten auf das Gelege gerichtet werden. Neben der Brandgefahr besteht auch immer das Risiko, dass Bettwanzen und Gelege durch das Zimmer gewirbelt und in unzugängliche Ritzen gedrückt werden.

Dampfstrahler:

Eine erfolgreiche Behandlung einzelner, unempfindlicher Gegenstände mit einem Dampfstrahler ist möglich, sofern er die nötige Temperatur erreicht. In allen anderen Fällen könnte auch der Druck eines Dampfreinigers die Bettwanzen im ganzen Raum verteilen.

Gefriertruhe:

Minusgrade unter -18 °C überleben Bettwanzen ebenfalls nicht. Empfindliche und kleine Gegenstände wie CDs, DVDs, Bücher oder Gepäck sowie nicht waschbare Materialien können daher auch in den Gefrierschrank gelegt werden. Für einen großen Wäscheberg (wie zum Beispiel Bettwäsche) wird eine große Tiefkühltruhe und entsprechend mehr Zeit benötigt, um auch im Inneren die nötige Temperatur zu erreichen. Die empfohlenen Zeitangaben für das Einfrieren variieren daher von bis zu acht bis mindestens 72 Stunden.

Kohlenstoffdioxid-Begasung:

Einzelne Gegenstände wie Elektrogeräte können in speziellen Zelten/Kammern mit hoher Kohlenstoffdioxid-Konzentration behandelt werden.



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